Eigenes Queue

Tipps zum Queue kaufen

Ein eigenes Queue ist unverzichtbar, möchtest du im Billard weiter kommen. Und am besten auch von Anfang an.

Sicher kann man sich vor Ort ein Hausqueue kostenlos leihen. In meist fragwürdigem Zustand. Aber dann beginnt man jedes Mal mit einem neuen Queue, an das man sich erst gewöhnen muss.

Nur mit einem eignen Queue kannst du dein Spiel über die Zeit trainieren und perfektionieren. Deshalb sollte sich jede Billardspieler:in auch ein eigenes Queue mit etwas Zubehör leisten.

Was macht ein gutes Poolqueue aus?

Es ist schwer, das richtige Queue ungesehen zu kaufen. Es braucht die richtige Länge und Balance. Und zwar passend zu dir!

Deshalb lautet der erste und wichtigste Tipp: Kauf nur ein Queue, das du schon einmal in der Hand hattest – im Laden oder von einer Freundi:n.

Gewicht

Das Gewicht eines Queues wird in Unzen angegeben: 1 oz = 28,35 g. Das Standard-Gewicht für Pool-Queues liegt bei 19 oz, also etwa 540 g.

Queue-Hersteller nehmen es mit der Unzen-Angabe meistens nicht sonderlich genau. Die Abweichung kann schon man ± 1 oz. betragen!

Poolqueues gibt es von 17 bis 21 oz. Anfängern:innen kaufen meist schwerere Queues, also mit 20 oder 21 oz. Für Fort­ge­schrittene empfiehlt sich jedoch eher ein sehr viel leichteres Queue. Und dann wird es auch noch wichtiger, wie gut das Queue ausbalanciert ist.

Billige Queues werden meist nur mit 21 oz. angeboten. Und gute Queues verfügen über ein Gewichtssystem, mit dem sich das Gewicht des Griffstücks nachträglich anpassen lässt.

E = m∙c²

Viele Billardspielerinnen glauben, ein schweres Queue sei besser. Tatsächlich ist es jedoch so, dass nicht mehr Gewicht, sondern mehr Geschwindigkeit größere Kraft entwickelt.

Queue-Power kommt aus Stoßtechnik und einem leichten Queue, denn ein leichtes Queue kannst du auch entsprechend leichter beschleunigen und kontrollieren.

Wenn es um Tempogefühl und sanfte Stöße geht, ist ein leichteres Queue sowieso besser. Denn ein leichtes Queue kannst du viel lockerer und dosierter bewegen.

Übrigens gilt das Gleiche für das Break-Queue. Auch hier macht Gewicht, wie gerne geglaubt, keinen stärkeren Anstoß.

Mein eigenes Spielqueue hat z.B. einen Carbon-Schaft und wiegt exakt 17 Unzen.

Gewichtsschraube

In allen halbwegs vernünftigen Queues ist ein Gewicht verbaut. Dieses wird von hinten in das Oberteil geschraubt. Und in allen guten Queues kann man diese durch andere Gewichte ersetzen, und so Gewicht und Balance des Queues regulieren.

Extension & Bumper

Für gute Queues werden auch Extensions angeboten. Dafür ist entweder bereits ein Gewinde im Bumper vorgesehen. Oder der Bumper ist abschraubbar und ein kompatibler Bumper wird mit der Extension mitgeliefert.

Bei preiswerten Queues ist der Bumper nur eingesteckt. Jedoch gibt es auch hierfür eine Lösung: Extensions zum Aufstecken.

Mit einem Cuemakrer an der Hand, kann man auch jedes Queue mit einem Bumper versehen, der dann eine Extension aufnehmen kann.

Joint

die Verschraubung

Auf den ersten Blick ein triviales Thema. Hauptsache man kann das Queue schnell montieren. Doch weit gefehlt!

Die Ausführung des Joints beeinflusst die Balance erheblich. Um so leichter das Queue, um so leichter muss auch das Joint sein, weil sich sonst keine gute Balance erzielen lässt.

Ein schwerer Joint zieht die Gewichtsbalance nach vorne. Und das könnte man dann nur noch durch zusätzliches Gewicht, hinten im Griffstück ausbalancieren. Ein schwerer Joint setzt also Limits, wie weit man mit dem Gesamtgewicht runtergehen kann.

Ausgenommen bei Queues aus Carbon, gibt es noch eine weitere Eigenheit: Holz lebt und gibt beim Stoß das Gefühl bis an die hintere Hand weiter. Und deshalb sollte diese Hölzer zu Holz Verbindung von Leder bis zur Griffhand nicht unterbrochen sein.

Eine gute Verschraubung zieht deshalb Holz auf Holz. Es empfiehlt sich von Queues, die das nicht leisten, die Finger zu lassen. Ebenso ist von Queues abzuraten, die nicht aus Holz oder Carbon gefertigt sind.

Übrigens sollte man sein Joint beim Transport unbedingt mit sogenannten Gewindeschonern schützen!

Holzart

Der Trend geht zum dünneren Schaft mit eher hartem Holz. An der Spitze messen gute Pool-Oberteile dann nur noch 11,75 bis 12,75 mm.

Doch Holz ist nicht gleich Holz! Die Hausqueues, die du dir vor Ort leihen kannst, sind da nur grobe Baumstämme aus viel zu hartem Holz. Außerdem ist ein hochwertiges Queue aus lange abgelagertem Holz mit einer dichten Struktur gefertigt. Und das hat auch seinen Preis!

Oft hängt die Beschaffenheit des Schafts von der Modellserie ab. Manche Hersteller bieten auch einzelne Schäfte mit unterschiedlicher Güte und Eigenschaften an.

LC Schaft

Das Kürzel LC steht für „low deflection“, zu Deutsch „geringe Ablenkung“. Aber was bedeutet das?

Spieltst man mit Links oder Rechts Effet, kommt es zu einem Effekt, der die Laufrichtung der Weißen verfälscht.

Im Beispiel soll die Weiße mit Rechts Effet gerade auf die 3 gespielt werden. In Situation A wird das Queue den Spielball dabei jedoch auch etws nach links drücken und so von seinem Kurs abbringen.

Die Weise wird also um einen klienen Winkel versetzt laufen und die 3 nicht mittig treffen.

Um diesen Effekt zu korrigerien, muss die Weiße also etwas rechts neben die 3 gezielt werden (B), damit sie letztendlich gerade und mitten auf die 3 trifft.

Ein LC-Schaft mindert diesen negativen Effekt. Man kann mit einem LC-Schaft also fast gerade aus zielen, als gebe es diesen Effekt nicht.

 

Die Low-Deflection-Wirkung des Schafts wird durch verschiedene Methoden erreicht. Hierzu gehört vor allem ein leichtes, also eher dünnes, und härteres Oberteil.

Wichtig ist dabei auch, dass das Gewicht im vordersten Teil des Oberteils möglichst gering ist.

Oberteile aus Carbon leisten dies LD-Wirkung übrigens sowieso. Und sie haben noch, durchaus positive Wirkungen weitere Eigenheiten.

Carbon

Queue Oberteile aus Carbon haben sich im Poolbillard längst etabliert. Manche lassen sich sogar ganze Queues aus Carbon fertigen, und leichter geht's auch nicht mehr.

Carbon ist sehr stabil und bringt von Haus aus sehr gute LC Eigenschaften mit. Und solche Oberteile sind relativ teuer!

Der Stoß mit einem Carbon-Oberteil ist auf eine gewisse Weise hart und sehr präzise. Deswegen ist Carbon für Anfänger:innen eher nicht geeignet, denn es fordert so auch einen sehr sauberen Stoß.

Einige kehren deswegen auch zum guten, alten Holz zurück. Wie alles an einem Queue ist also auch dies eine sehr individuelle Angelegenheit. Ich persönlich meine jedoch, die Umgewöhnung auf Carbon lohnt sich!

Balance

Wie wichtig ist ein gut ausbalanciertes Queue?

Sehr wichtig! Ist das Queue nicht perfekt ausbalanciert, ist es vorderlastig oder zieht hinten. Sprich, es stört die lockere, gerade Führung. Der Queue sollte jedoch quasi wie von selbst gerade laufen.

Bei billigen Queues, von z.B. 79 €, sollte man generell keine gute Balance erwarten. Ein gutes Queue kostet etwa ab 200 €.

Wie testest du die Balance?

Sehr wichtig ist es zu wissen: Die perfekte Balance ist eine persönliche Größe. Deshalb musst du das Queue auch selbst testen und am besten eine Partie real damit spielen.

Zum Test der Balance ermittelst Du zunächst den Schwerpunkt des Queues. Dann greife es eine Handbreit dahinter. Wiegen jetzt den Queue waagerecht in der Hand - es sollte sich angenehm anfühlen. Das Queue darf nicht unangenehm nach vorne oder hinten ziehen. Fühlt es sich sehr gut an, dann kann das dein Queue sein.

Pomeranze

Der Billard-Boom ist in unseren Breiten längst vorbei. Vor allem online gekaufte Queues sind deshalb oft gut abgelagert, sprich schon älter. Dadurch wird die Pomeranze hart und muss gleich gewechselt werden.

Pomeranzen gibt es in verschiedenen Härten und Eigenheiten. Eine zu harte Pomeranze erschwert Tempo, Präzession und Wirkung in den Stoß zu geben. Nur ein Break Queue und Jumper benötigen eine besonders harte Pomeranze, die dann oft nicht mal aus Leder besteht.

Die Frage nach der richtigen Pomeranze geht ins Philosophische. Das muss man irgendwie selbst herausfinden, welcher Typ man ist. Jedenfalls macht die Pomeranze wohl am meisten aus!

Lieber ein günstiges Queue mit einer teuren Pomeranze, als umgekehrt!

Die Tendenz geht eindeutig zum Mehrschichtleder. Heute sieht man auch oft, dass das Leder etwas gekürzt, also sozusagen eine Schicht entfernt wird.

Auf jeden Fall empfiehlt sich ein hochwertiges Produkt, das dann schon mal 12 oder auch 20 € kosten kann. Was es dann aber auch wert ist.

Elastizität

Eine Pomeranze hat zwei grundlegende Eigenschaften. Die Erste ist die Härte des Leders, wie bereits angesprochen. Ein hartes Leder gibt die Energie sofort an die Weiße weiter. Der Kontakt ist also kurz und hart. Ein weicheres Leder gibt beim Aufprall nach. Dadurch verlängert sich der Kontakt zwischen Pomeranze und Spielball, was die Präzession erhöht.

Außerdem kann man mit einem soften Leder mehr Wirkung in den Spielball bringen. Also Links- oder Rechts-Effet oder einen Zugball.

Stabilität

Die zweite wichtige Eigenschaft ist die Querstabilität des Leders. Das merkt man vor allem bei weicheren Ledern. Hat die Pomeranze eine mangelnde Querstabilität, weicht sie beim Kontakt sozusagen zur Seite aus. Das macht den Stoß unpräzise. Gute Pomeranzen werden deshalb aus mehreren Schichten aufgebaut, weil dies die Querstabilität erhöht. Oder kurz gesagt, Mehrschichtleder ist Pflicht!

Griffband

Viele Queues besitzen ein Griffband, meist aus Irish Linen gefertigt. Das soll den Halt der Hand verbessern. Ob das ein Qualitätsmerkmal ist, muss jedoch jeder für sich selbst entscheiden. Für mich persönlich ist es keines.

An Snooker und Karambolage Queues kommen solche Griffbänder nicht vor. Und wer meint das für ein besonders kraftvolles Powerplay zu benötigen – so spielt man sowieso nicht!

Wie viel kostet ein Queue?

Brauchbare Queues beginnen so etwa bei 100 €. Gute Queues kosten zwischen 200 und 380 €. Möchte man ein Queue eines noblen Herstellers oder aus edleren Serien, kostet der schon mal um die 800€.

Nach oben gibt's natürlich kaum Grenze. Wer möchte, kann auch 3.000 € in ein ganz besonderes edles Design investieren. Da muss man nämlich auch aufpassen, denn oft gibt es das technisch identische Queue in unterschiedlich teuren Designs.

mein Queue

als Beispiel

Wie könnte es anders sein, es ist eine längere Geschichte. Und am Ende auch nicht ganz so billig.

Ausgangsbasis ist ein Buffalo Premium Cue No. 11. Und die erste Modifikation war ein besseres Klebleder, ein Kamui Black S.

Dann folgte eine kleine Odyssee durch das Pomeranzen-Land. Nur, um zum Black S zurückzukehren. Diesmal auf einem LC-Oberteil PureX HXT 11,75 mm.

Das Ganze ergänzt durch eine Extension von Universal. Denn Universal, Buffalo und Adams verfügen über das gleiche Gewichtssystem und Gewinde für den Bumper.

Das nächste Update war der Gewichtssatz mit unterschiedlichen Gewichten, ab 2,4 g bis 58 g hoch.

Als sich mein PureX beschädigt verabschiedete, fand dann ein FURY-Oberteil zu mir. Und dank Gewichtsset konnte ich die Balance wieder anpassen. In dieser Kombination spielte ich es mit 17,8 Unzen.

Doch das finale Ergebnis ist jetzt ein Carbon-Oberteil vom Cuemaker meiner Wahl. Was sich übrigens teurer anhört, als es am Ende war, aber Carbon ist auch nie billig. Und so sank das Gesamtgewicht schließlich auf 17,1 Unzen. Geziert wird es von einem Kamui Black M, denn Carbon spielt man meist mit einem leicht härterem Leder.

Ja, frag nicht, was mich der Weg bis dahin gekostet hat. Das FURY dient jetzt übrigens als Ersatz-Oberteil.

Den krönenden Abschluss bildet eine handgefertigte Carbon-Extension, extra auf meinen Universal-Bumper gefertigt. Und ihr leichtes Gewicht hat den Vorteil, dass sie die Balance des Queues nicht verändert.

Dem zur Seite steht ein Pool Professional, mein aller­erstes Queue, jetzt als Breaker mit einem White Diamond Jump & Break Tip.

Break Queues

Wozu braucht man ein Break Queue?

Ein Break Queue ist ein spezielles Queue für den Anstoß, englisch „Break“.

Das Break Queue hat eine harte, spezielle Pomeranze, in den meisten Fällen aus einem speziellen Kunststoff. Außerdem ist der Schaft üblicherweise anders geformt, damit man weiter schwingen kann. Sprich, das ideale Queue für einen kräftigen Anstoß.

Ein weiterer Vorteil, ein Break Queue zu nutzen: Man schont damit sein Spielqueue. Oder genauer gesagt, beim harten Anstoß prügelt man sich sonst seine Pomeranze platt.

Es gibt billige Breaker, meist als Kombi mit einem Jumper und mit 2 Verschraubungen. Davon ist jedoch abzuraten. Vor allem beschädigen diese allzu billigen Kunststoff-Pomeranzen den Spielball.

Brauche ich einen Breaker?

Ja, denn der Anstoß ist einer der wichtigsten Stöße und die Basis für das ganze Spiel. Einmal geht es darum, beim Break bereits eine Farbige zu lochen. Und zum Andren öffnet ein gutes Break den Tisch.

Du kannst dir übrigens auch einfach ein Break-Leder auf ein normales Queue montieren. Das sollte den meisten Ansprüchen locker genügen. Oder wenn du dir kein Break-Queue zulegen möchtest, empfehle ich mit einem Hausqueue statt dem Spielqueue anzustoßen.

Jump Queues

Der Jumper ist ein spezielles Queue, um die Weiße über eine blockierende Farbige springen zu lassen.

Der Jumper ist 102 cm* lang, da dies die vorgeschriebene Mindestlänge für Queues ist. Außerdem verfügt ein Jumper über ein spezielles Leder, ähnlich dem Breaker.

Ein Jump Shot gelingt jedoch nur fortgeschrittene Spieler:innen. Man braucht sich Anfangs also noch keinen Jumper zu kaufen. Und ich persönlich verzichte bewusst darauf.

*) Oft heißt es, die Mindestlänge für Queus betrage 104 cm. Tatsächlich sind es 40 Zoll (Inch), also 101,6 cm. Da man einst jedoch schlampig mit 2,6 cm pro Zoll rechnete, kam man auf die berüchtigten 104 cm.

Was noch?
Das passende Zubehör.


Zubehör

Die Pomernze – 
gute Klebleder.

Pomernze

Queuepflege für
Leder und Schaft

Pflege