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Pomeranze

Die Pomeranze ist eines der wichtigsten und zugleich am meisten unterschätzten Teile des Queues. Das hochwertigste und teuerste Queue taugt nichts, wenn auf seiner Spitze ein billiges oder verbrauchtes Leder thront.

Ein günstiges Queue lässt sich mit einem hochwertigen Klebleder entsprechend aufwerten. Und die Investition in ein gutes Leder bringt oft viel mehr, als die in ein teures Queue.

Vorrangig gibt es Pomeranzen in unterschiedlichen Härtegraden. Andere Spieleigen­schaften variieren abhängig von Produkt oder Serie.

Hochwertige Leder bestehen aus mehreren Schichten. Solche Mehrschichtleder weißen eine entsprechend hohe Konstanz im Spielverhalten auf.

Das bedeutet, wechselt man die verbrauchte Pomeranze, weist das neue Mehrschichtleder schnell wieder die gewohnten Spieleigenschaften auf.

Mit soften Ledern kann man leichter mehr Wirkung erzeugen. Wirkung nennt man es, wenn man der Weißen einen Spin mit gibt, der unterschiedliche Effekte auslöst. Also Links- oder Rechts-Effet, Mitläufer oder Zugball.

 

Standard Leder

  • S
    ElkMaster
  • M
    Triangle
  • H
    Le Professional

hochwertige Leder

  • Kamui
  • G2
  • Predator Victory

Hochwertig sind meist auch die Leder der Queue-Hersteller selbst, wie z.B. bei Pechauer.

Härtegrade

SS
Super Soft
S
Soft
M
Medium
MH
Medium Hard
H
Hard
X
Extreme Hard

 

 

healing

Queuepflege

Hersteller von Pomeranzen, Kreide und Weiterem.

Hersteller von Serien-Queues

 
 

 

Kelbleder wechseln

So wechsele ich meine Klebleder. Das bedarf jedoch einiger Übung, und vor allem diese Methode!

Vorbereitung

Die erste Aufgabe ist es, das alte Leder zu entfernen. Es gibt grundsätzlich zwei Methoden das alte Leder zu entfernen. Die Brutale, mit der Zange, die ich nicht mehr anwende!

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Vorsicht, bitte nicht das Ferrule beschädigen!

Die zweite, sanftere und empfohlende Methode ist es, das alte Leder knapp über dem Ferrule abzuschneiden. Und die Lederreste dann bis zum Ferrule abzutragen.

Nun ist noch eine saubere und absolut plane Fläche herzustellen. Dazu sollte man die entsprechende Feil-Technik erlernt haben.

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Das Leder hält nur, wenn die Fläche absolut gerade (plan) und sauber ist!

Auf dem Klebleder steht meist auch "Glue". Das ist die Seite, die aufgeklebt wird. Auch diese Fläche schmirgelt man mit Schleifpapier sauber ab.

Montage des Leders

Montage des Leders

Nun wird das Ferrule mit Klebeband geschützt, damit kein Kleber darauf kommt. Das Abkleben geschieht ein kleines Stück unterhalb der Kante, damit das Klebeband nicht behindert.

Der Sekundenkleber wird bereitgestellt. Und erst mal das Leder in die Finger genommen und als Trockenübung möglichst mittig aufgesetzt.

Pattex Ultra Gel Matic

Funktioniert das, kann die Fläche des Ferrule mit Sekundenkleber bestrichen werden. Ich verwende hierfür "Pattex Ultra Gel Matic". Und Kamui empfiehlt "Loctite 401".

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Der Kleber muss für Holz, Kunststoff und Leder geeignet sein. Und er muss Korrektur erlauben und unbedingt stoßfest sein!

Funktioniert das, kann die Fläche des Ferrule mit Sekundenkleber bestrichen werden. Ich verwende hierfür "Pattex Ultra Gel Matic". Und Kamui empfiehlt "Loctite 401".

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Der Kleber muss für Holz, Kunststoff und Leder geeignet sein. Und er muss Korrektur erlauben und unbedingt stoßfest sein!

Das Leder gut anpressen und eine Zeit lang mit einem Belederer fixieren. Dann kann man das Klebeband entfernen.

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Jetzt wird abgewartet, damit der Sekundenkleber auch 100% fest wird.

 

Für den nächsten Schritt schütze ich das Ferrule mit Tesafilm.

Nun ist es Zeit den Überstand zu entfernen. Hierfür ist eine sehr scharfe Klinge nötig. Ein japanisches Kiridashi Schnitzmesser ist hierfür perfekt geeignet. Ein Kiridashi ist nur auf einer Seite angeschrägt. Deshalb gibt es für Links- und Rechtshänder eigene Messer.

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Die Klinge muss sehr scharf sein!

Ein Stück Papier um das Ferrule sorgt dafür, dass ein leichter Überstand erhalten bleibt.

Nun kann, nur noch mit dem Tesafilm als Schutz und Abstand, nachgearbeitet werden. Das Leder sollte danach schön rund sein!

Die Rundung trimmen

Die Rundung trimmen

Es wird Zeit für die erste Rundung. Die endgültige Form erzielt man mit dem passenden "Willard's".

Mit einer speziellen Raspel, die wie der Willard ein Leben lang hält, werden die Kanten gebrochen. Und eine erst Rundung angelegt.

Es ist wichtig, dass die Rundung flacher bleibt, als sie der Willard letztendlich trimmen wird. Die Schrift auf der Oberfläche sollte jedoch eben gerade verschwunden sein.

Auf dem Bild ist noch ein Fleckchen übrig.

Der Willard greift nun auf dem so angerauten Leder.

Ich lagere den Willard auf einem gefalteten Küchenpapier und halte es leicht mit den Füßen. Dann drehe ich den Schaft zwischen den flachen Händen, wie zum Feuermachen.

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Der Schaft steht immer etwas schräg im Willard!

Deshalb ein paar mal drehen. Dann den Schaft ein Stück herumdrehen. Und wieder ein paar mal drehen. So wird diese natürliche Schräglage ausgeglichen.

Zum Finish wird das Leder an der Außenseite poliert und mit einem Stückchen Leder abgezogen. Die Oberfläche wird so schön glänzend.

Sollte das nötig sein, kann auch das Ferrule auch noch poliert werden.

So sieht das Leder dann eingekreidet aus. Etwas rau, mit gleichmäßig haltender Kreide. In diesem Fall handelt es sich um Goldstar Kreide.

Schaft glätten und wachsen

Schaft glätten und wachsen

Abschließend ist noch Zeit den Schaft mit Microschleifpapier zu glätten und wieder einzuwachsen.

Nun noch die Holzoberfläche noch verschlossen. Hierzu den Schaft mit einem Baumwoll Geschirrtuch so rubbeln, dass es warm wird. Die Hitze schließt die Poren des Holzes.

Fertig ist das Queue für die nächste Partie!